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Podcast & YouTube als Lernbegleitung für Azubis
Wie die ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG digitale Lernformate systematisch in die Ausbildung von Fachinformatiker:innen integriert.
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Christian Lütnant @ Ausbildung.de
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16.06.26 08:28
Warum Reverse Mentoring zum Schlüssel wird, um Generationen zu verbinden und junge Talente langfristig zu binden.
Reverse Mentoring beschreibt einen strukturierten Austausch zwischen jungen Talenten und erfahrenen Fachkräften auf Augenhöhe. Ziel ist es, gegenseitig Wissen zu teilen und Perspektiven zu erweitern. Unternehmen nutzen dieses Format zunehmend, um Generationenkonflikte zu reduzieren, Recruiting zu verbessern und Mitarbeiterbindung zu stärken. Entscheidend ist dabei eine offene Lernhaltung auf beiden Seiten.
Dieser Beitrag basiert auf einer Episode des Young Talents Podcasts. Die Folge ist weiter unten im Beitrag eingebettet und vertieft die hier zusammengefassten Learnings.
Anastasia Barner ist Gründerin der Plattform FeMentor, Business Content Creatorin und Autorin. Sie beschäftigt sich mit Generationenverständnis, Reverse Mentoring und moderner Arbeitskultur.
In diesem Beitrag werden die folgenden Aspekte der Azubi-Kampagne von Schüco beleuchtet:
Warum Generationenverständnis oft falsch gedacht wird
Was alle Generationen wirklich wollen
Reverse Mentoring als verbindendes Format
Einsatz im Recruiting und in Unternehmen
Herausforderungen und Erfolgsfaktoren
Einordnung von Ausbildung.de
Generationenmodelle werden häufig pauschalisierend eingesetzt. Laut Anastasia Barner liegt ihr eigentlicher Nutzen jedoch darin, gesellschaftliche Prägungen zu verstehen – nicht darin, Menschen zu kategorisieren
Unterschiede entstehen vor allem durch technologische und soziale Rahmenbedingungen. Während ältere Generationen ohne digitale Selbstverständlichkeit aufgewachsen sind, ist für jüngere der Umgang mit Tools, Social Media und neuen Arbeitsformen selbstverständlich. Diese Unterschiede erklären Verhalten – sie definieren es jedoch nicht.
Trotz aller Unterschiede gibt es klare gemeinsame Erwartungen:
Respekt und Sichtbarkeit
Entwicklungsmöglichkeiten
sinnvolle Zusammenarbeit
Besonders jüngere Generationen legen zusätzlich Wert auf Themen wie Selbstfürsorge, mentale Gesundheit und persönliche Weiterentwicklung. Diese Aspekte verändern die Erwartungen an Arbeitgeber deutlich.
Reverse Mentoring setzt genau hier an. Anders als klassisches Mentoring basiert es nicht auf Hierarchie, sondern auf Gleichwertigkeit.
Beide Seiten bringen Wissen ein:
Erfahrene Fachkräfte liefern Erfahrung, Netzwerk und strategische Perspektiven
Jüngere Talente bringen aktuelle Trends, digitale Kompetenz und Zielgruppenverständnis ein
Der zentrale Unterschied: Es gibt kein Wissensgefälle. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt den Effekt: Eine Mentorin suchte ursprünglich nur sozialen Austausch, profitierte aber zusätzlich von Finanzwissen ihrer deutlich jüngeren Mentee.
Reverse Mentoring schafft damit unerwartete Lernmomente und erweitert Perspektiven.
„Beim Reverse Mentoring gibt es kein Gefälle mehr – beide begegnen sich auf Augenhöhe.“
Unternehmen können Reverse Mentoring gezielt in ihre HR-Strategie integrieren.
Ein Ansatz ist sogenanntes Reverse Recruiting:
Unternehmen lernen potenzielle Kandidat:innen früh kennen
Fähigkeiten werden außerhalb klassischer Bewerbungssituationen sichtbar
Passendere Rollen können identifiziert werden
Ein zentrales Problem klassischer Bewerbungen wird damit adressiert: Kandidat:innen zeigen oft nicht ihr reales Verhalten, sondern eine optimierte Version ihrer selbst. Zusätzlich wirkt Reverse Mentoring auf die Mitarbeiterbindung.
Gerade in Branchen mit klassischen Ausbildungsberufen – etwa im kaufmännischen Bereich (z. B. Kaufmann/-frau für Büromanagement) oder im Marketing (z. B. Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation) – kann der Ansatz helfen, junge Talente stärker ins Unternehmen zu integrieren.
Denn: Die durchschnittliche Verweildauer jüngerer Generationen liegt deutlich unter früheren Werten.
Der größte Erfolgsfaktor ist Lernbereitschaft. Eine zentrale Beobachtung aus der Praxis: Viele Teilnehmende möchten eher Wissen vermitteln als aufnehmen. Für funktionierendes Reverse Mentoring braucht es daher:
klare Zieldefinitionen
Offenheit für Feedback
Bereitschaft, Perspektiven zu hinterfragen
Branchengleichheit ist dabei kein Muss. Im Gegenteil: Besonders effektive Lernprozesse entstehen häufig zwischen unterschiedlichen Fachbereichen.
„Meine größte Superpower ist Nachfragen und Lernbereitschaft.“
Reverse Mentoring zeigt, dass erfolgreiche Zusammenarbeit weniger von Generationen abhängt als von strukturierten Austauschformaten. Für Ausbildungsbetriebe ergibt sich daraus ein klarer Hebel:
Azubis aktiv einbinden
Lernprozesse bidirektional gestalten
Recruiting und Bindung stärker verzahnen
Der Ansatz verbindet Personalentwicklung, Recruiting und Kulturarbeit in einem Format.
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